Biologische Schädlingsbekämpfung

Biologischer Pflanzenschutz wird in unserer Gesellschaft aufgrund ansteigender Schadstoffbelastungen immer wichtiger. Inzwischen sind viele Landwirte auch schon bereit, dieser effizienten Schutzmaßnahme den Vorzug gegenüber den gefährlichen Insektiziden und Pestiziden zu geben.

Hohe Ernteausfälle durch einen unscheinbaren Schädling

"Maiszünsler" - Die Larve des Schädlings

„Maiszünsler“ – Die Larve des Schädlings

In der Landwirtschaft und vor allem im Maisanbau richtet der Schädling „Maiszünsler“ jedes Jahr erneut und im zunehmenden Maße gewaltige Schäden am Fruchtstand der Pflanzen an. Dies führt nicht nur zu erheblichen Ernteausfällen, sondern auch zu enormen finanziellen Schäden bei den Landwirten. Die Larve des Maiszünsler frisst sich zumeist durch den Stängel der Pflanze in Richtung der Wurzel voran. Der Maisstengel wird dadurch ausgehöhlt und instabil und knickt in der Regel von selbst in sich ein.

Die Frucht ist damit zerstört und auch maschinell nicht mehr zu ernten. Zudem entstehen an den Bohrlöchern im Wurzelbereich auch Einfallstore für Bakterien und Pilzsporen (Fussarien). Mit Ihrem hohen Anteil an auch für den Menschen gefährlichen Giftstoffen wird die gesamte Pflanze ungenießbar und müsste eigentlich entsorgt werden. Auch als Futtermittel ist der Mais somit nicht mehr einsetzbar und wurde die Nutztiere systematisch vergiften. Hier bleibt als einziger Ausweg nur noch der Verkauf an eine Biogas-Verbrennungsanlage , um die finanziellen Verluste zumindest ein wenig deckeln zu können.

Das große Krabbeln – der winzige Nützling!

"Trichogramma" - Der winzige Nützling

„Trichogramma“ – Der winzige Nützling

Hilfe kommt hier mit dem seit bereits 1930 bekannten Nützling in Form der sehr robusten, hocheffizienten und nur ca. 0,5mm kleine Schlupfwespe (Trichogramma brassicae) ist somit eine 100%-ige biologische Schädlingsbekämpfung ohne jedwedes Risiko für die Umwelt, den Menschen, der Agrarstruktur und der Fauna. Als lebender Nützling parasitiert er die Eier des Maiszünslers, die seinen eigenen Nachkommen als „Futterquelle“ dienen und damit den Schädlingsbefall bereits im Keime effizient reduzieren. Durch diese hoch effektive Selbstvermehrung wird auch sichergestellt, dass weitere Generationen (ca. alle 10-12 Tage erfolgt eine Schlupfwelle) eine Art „automatisierten Folgeschutz“ darstellen. Dieser Vorgang wiederholt sich solange Schädlingseier im befallenen Ackerschlag vorhanden sind.

Darüber hinaus kann die Schlupfwespe (Trichogramma brassicae) auch in vielen anderen Bereichen wie z.B. im Obst- und Gemüseanbau als hocheffizienter Nützling eingesetzt werden. In den USA werden seit mehr als 10 Jahren die Trichogramma-Schlupfwespen zum Schutz gegen Schädlinge auf Paranuss-Plantagen sehr erfolgreich eingesetzt. Durch die Zulassung und Eintragung in der Betriebsmittelliste des FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) kann die Trichogramma bedenkenlos auch im ökologischen Landbau eingesetzt werden. Es gibt hier keine einzuhaltenden Wartezeiten und auch keinerlei Sicherheitsrisiken für die anwendenden Personen, da es sich hier bei diesem Wirkstoff um lebende Insekten handelt.

Sowohl der Produktpreis als auch die Applikationskosten (Ausbringung durch Multikoptereinsatz) sind inzwischen sehr wirtschaftlich und auf dem Niveau der für Tier und Mensch inzwischen äußerst gefährlichen Pestiziden. Es gibt also keine „vernünftigen“ Argumente mehr für den Einsatz der „chemischen“ Lösungen.

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